
Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle
Noémi Barbaglia wird die 34. Stipendiatin.
Abbildung: Noémi Barbaglia, Still, 2024 © Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg, Foto: Henning Rogge, Courtesy die Künstlerin und die Produzentengalerie Hamburg
Die Stiftungen der Sparkasse Holstein freuen sich, Noémi Barbaglia als 34. Stipendiatin für das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn bekannt zu geben. Ab Mai 2025 tritt Barbaglia die Nachfolge der derzeitigen Stipendiatin, Gesa Troch, an und wird für ein Jahr in der inspirierenden Umgebung der Wassermühle arbeiten und leben.
Noémi Barbaglia thematisiert in ihren Werken die Kommunikation zwischen Betrachtenden und Raum. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich mit Architektur, Psychologie, Trauma und Trauer sowie rituellen und prozessorientierten Praktiken. Sie erforscht darin malerisch-bildhauerische Grenzbereiche. Dabei arbeitet sie immer im Spannungsfeld zwischen Rückzug und Aufbruch, Erinnerung und Neubeginn, die untrennbar mit Zugehörigkeit und Verortung verbunden sind.

Noémi Barbaglia, Untitled, 2023, Foto: Helge Mundt, Courtesy Kunsthalle Recklinghausen
Oft nutzt die Künstlerin Architekturformen und gibt ihnen eine neue Bedeutung durch andere Verräumlichungen. Damit problematisiert sie die allgegenwärtige Norm und eröffnet ein Spannungsfeld zwischen Raum, Objekt und Betrachter:innen. Das können z.B. Objekte in Form von Fensterrahmen sein, die auf dem Boden positioniert werden. Die aus Glasfasergewebe bestehenden und mit Epoxidharz stabilisierten Objekte bekommen durch ihre neue Verortung eine andere Wirkkraft. Weiterhin gibt die Künstlerin den Objekten eine glänzende Oberfläche, auf denen sie minimalistische Farbsetzungen verteilt und damit ebenso malerische Aspekte in ihren Arbeiten verhandelt.
„Wir freuen uns schon sehr auf die Arbeiten von Noémi Barbaglia. Ihre bildhauerische Praxis ist einerseits von einer starken Materialität und andererseits von einem malerischen Feingefühl geprägt. Ein Spannungsfeld, das es zu erkunden gilt.“, sagt Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn und Vorsitzende der Jury, die sich zwischen vielen, sehr guten Bewerbungen für Noémi Barbaglia entschieden hat. Besonders hervorgestochen ist sie durch ihren künstlerischen Ansatz und ihre überzeugende Bewerbung.
Noémi Barbaglia (*1993 in Luxembourg), lebt und arbeitet in Hamburg. Von 2014 bis 2022 studiert sie an der HFBK Hamburg bei Prof. Andreas Slominski und bekommt 2019 den Karl H. Ditze Preis für den besten Abschluss. 2017 erhält sie zudem eine Begabtenförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes und 2024 das Arbeitsstipendium der Freien und Hansestadt Hamburg. 2024 realisiert sie außerdem im Kunstverein Harburger Bahnhof ihre erste institutionelle Einzelausstellung The Hallway.
Das Kunststipendium in der Trittauer Wassermühle
Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn schreibt seit über 30 Jahren ein einjähriges Stipendium mit Residenzpflicht für bildende Künstler:innen aus. Angesprochen sind Künstler:innen mit abgeschlossenem, künstlerischem Studium, die in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern leben und arbeiten. Die Sparkassen-Kulturstiftung sieht seit 1992 ihre Aufgabe darin, Künstler:innen im Rahmen dieses Stipendiums eine künstlerische Weiterentwicklung zu ermöglichen und eine umfangreiche Publikationsmöglichkeit zu bieten. Gefördert werden soll das künstlerische Potential von Künstler:innen aus dem norddeutschen Raum, die eine mindestens zweijährige Ausstellungstätigkeit nach dem Studienabschluss nachweisen können.