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25.08.2020 | Kunst und Kultur

From the collection / Aus der Sammlung: Lucia Schoop

Lucia Schoop lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Stormarn und hat einige Jahre im Atelierhaus Trittau verbracht. Als Mitglied der Stormarner Künstlerinitiative war sie zudem in den Ausstellungen der Stiftung vertreten.

Wir haben die Künstler*innen gebeten unser Kurzinterview zu beantworten, einen Kurzfilm aus dem Atelier #livefromthestudio zu liefern sowie 2-3 Werkaufnahmen aktueller Arbeiten.
Das Kurzinterview sowie eine Abbildung der Werke aus unserer Sammlung finden Sie auf dem Stiftungsportal, die Werkabbildung sowie den Film auf den Social-Media-Kanälen der Galerie in der Wassermühle Trittau:
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Schauen Sie vorbei!

Kurzinterview: Drei Fragen an...Lucia Schoop

Was verbindet Sie mit der Stiftung?
Mein Atelier im Atelierhaus Trittau, das die Stiftung mir ermöglichte, war etwas ganz besonderes für mich! Viel Platz zum Arbeiten im Atelier und im Vorraum ermöglichte es mir, großformatig zu drucken und zu experimentieren. Die Kommunikation mit den anderen Künstler*innen war phantastisch und förderte die Arbeit. Es war möglich, sorgenfrei zu arbeiten, weil es keine Vorgaben gab und die Stiftung Präsentationen großzügig unterstützte. Jedem Künstler kann ich nur raten, sich für eines dieser großartigen Ateliers im Atelierhaus Trittau zu bewerben.

Wie ist das Werk „Alien" entstanden?
Bei einem Aufenthalt im Grand Canyon/USA fiel mir eine Schulklasse auf, die mit Listen herumlief und Pflanzen ausrupfte. Es waren Listen mit sogenannten Alien-Pflanzen, die von Einwanderern eingeführt wurden und als Non-Native auf der schwarzen Liste standen, also ausgemerzt werden sollten.
Diese Aktion ließ mich nicht mehr los, zumal ich nach der Rolle der eingewanderten Menschen fragte, die ja auch Aliens in Amerika sind. Müßte der Mensch nicht auch verschwinden, um wieder einen Urzustand herzustellen? Ich war irritiert.
Diese schwarze Liste mit hunderten registrierten Non-Native Pflanzen fand ich, vom Repräsentantenhaus verabschiedet, im Internet.
Ich verfremdete einige dieser Pflanzen im Holzschnitt und begann, sie mit ihrer Registriernummer auf schwarzes Papier zu drucken, um so meine eigene 'schwarze Liste' zu erstellen. Die Arbeit "Alien" ist im Rahmen dieses Projektes entstanden.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Zuletzt habe ich zu den 4 Müttern des Grundgesetzes gearbeitet, die mich sehr beeindruckt haben, da wir ihnen die Verankerung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz zu verdanken haben. Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel erkämpften parteiübergreifend Art3, Abs2 'Männer und Frauen sind gleichberechtigt'. Erst in den fünfziger Jahren erfolgte dieser Eintrag ins Grundgesetz. Gleichzeitig möchte ich in meiner Arbeit an Louise Zietz erinnern, die als Reichstagsabgeordnete eine Vorreiterin des Frauenwahlrechts in Deutschland war. 2019 jährte sich das Frauenwahlrecht zum 100ten Mal. Louise Zietz nehme ich besonders gerne mit in meine Arbeit auf, weil sie aus Stormarn, aus Bargteheide, stammt. Aus den Portraits dieser Frauen und auch anderer Persönlichkeiten wird noch ein Künstlerbuch entstehen.

Weitere Informationen unter: www.luciaschoop.de